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Stand: 20.04.2017

Pressemitteilung

Die Beiertheimer Tafel bietet eine feste Struktur

Kühlwagen vor Tafel

Die Beiertheimer Tafel ähnelt einem Supermarkt. Hier liegen die Salatköpfe, in der Kühltruhe da hinten die Würstchen, dort stehen die Joghurts. Einzig die Preise sind nicht wie in einem herkömmlichen Supermarkt. Hier kosten die Waren nur ein paar Cent - ein symbolischer Wert, um den Kunden ein richtiges Einkaufsgefühl zu vermitteln. Die Mitarbeiter laufen geschäftig hin und her, füllen Ware auf. In zwei Stunden öffnet die Tafel.

 

Das Büro liegt am Ende des Marktes. Hier sitzt Holger Goos und telefoniert. „Moin, moin Uwe", sagt er gerade in den Hörer hinein und lacht. Der gebürtige Hamburger ist ein fröhlicher Mensch. Wer ihn trifft, würde zunächst kaum vermuten, dass in seinem Leben nicht immer alles glatt lief, dass der Bürojob bei der Caritas-Einrichtung „nur" ein Zwei-Euro-Job ist. „Dem Stress auf dem normalen Arbeitsmarkt wäre ich nicht gewachsen", sagt der 57-Jährige.

 

Sein Leben gerät früh aus den Fugen. Holger Goos verbringt einen Teil seiner Kindheit in Heimen, gerät früh mit Drogen in Berührung. Bereits mit zwölf Jahren gibt es die ersten Exzesse. Und trotzdem kriegt Goos immer wieder die Kurve, macht eine Ausbildung zum Hauswirtschafter. Die Liebe führt ihn irgendwann nach Karlsruhe. Und doch verfällt er immer wieder den Drogen, wird heroinabhängig. „Seit zehn Jahren bin ich jetzt clean", sagt Goos. Hilfe fand er im Haus Bodelschwingh, wo er heute noch lebt - gemeinsam mit seiner Freundin. „Wir haben uns dort kennengelernt", verrät Goos.

 

Er ist eine hanseatische Frohnatur, geht seinem Job mit Leidenschaft nach. „Ich bin heilfroh, dass er da ist", sagt Marktleiter Ralph Beck. Für die anderen Mitarbeiter sei Holger Goos ein Vorbild. Gerade eben wurde sein Vertrag ein weiteres Mal verlängert. Irgendwann aber wird damit Schluss sein, das weiß Goos,  Zwei-Euro-Jobs sollen eigentlich nur Hilfestellung leisten bei der Wiedereingliederung in  den  Arbeitsmarkt. Da macht sich Goos keine Illusionen:   „Das schaffe ich nicht." Gerne würde er bei der Tafel bleiben, „auch ehrenamtlich".   Die meisten Mitarbeiter dort sind Zwei-Euro-Jobber.   „Wir versuchen das hier familiär zu halten", sagt Ralph Beck. Ein Umstand, den nicht nur Holger Goos sehr schätzt.

BNN, Tina Mayer 

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