URL: www.caritas-karlsruhe.de/aktuelles/presse/von-der-hilfe-fuer-menschen-in-not-zu-ei
Stand: 20.04.2017

Pressemitteilung

Von der Hilfe für Menschen in Not zu einem sozialen Dienstleister

CV-100

Während 1917 noch der 1. Weltkrieg tobt, entschließen sich beherzte Männer und Frauen für die organisierte Hilfe von notleidenden Menschen: Sie gründen am 17. April 1917 mit erzbischöflichem Erlass den Caritasverband Karlsruhe. In dieser Zeit der Angst und des Hungers konzentriert man sich auf die Schwächsten: Kinder und Jugendliche sollen mit ausreichender Nahrung versorgt werden und sich in Ferienkolonien oder Pflegefamilien auf dem Land erholen können. Im Hunger geplagten Nachkriegsdeutschland sammelt und verteilt der Caritas-verband Nahrungsmittel an Kinder und übernimmt Ihre Pflege in Schwesternheimen.

1924 zieht der Caritasverband in sein erstes eigenes Haus: In die Sophienstraße 33, heute das Beratungszentrum Caritashaus. In den Anfangsjahren vermitteln die Mitarbeiter verarmten Menschen Hilfe in existenziellen Notlagen. 1932 gründet der Caritasverband Karlsruhe zusammen mit anderen Wohlfahrtsverbänden das „Winterhilfswerk“ zur Unterstützung von Bedürftigen und Erwerbslosen. Doch schon 1933 wird die freie Wohlfahrtspflege der NS-Volkswohlfahrt unterstellt und der Caritasverband verliert zunehmend seine Selbständigkeit. In der Folgezeit wird vieles von Caritas-Mitarbeitern heimlich und unter Gefahr geleistet. Gegen Kriegsende setzt die Karlsruher Caritas zusammen mit den Pfarrgemeinden alles daran, durch Bombenangriffe obdachlos gewordenen Menschen Unterkünfte und Hausrat zu verschaffen. Das Caritaswaldheim ermöglicht Kindern eine nahe gelegene Stadtranderholung im Karlsruher Hardtwald. Aber auch Heimatvertriebene und Kriegsversehrte finden unbürokratische Hilfe durch die Caritas im Nachkriegsdeutschland. 

1965 Tätigkeit des Caritasverbandes in der Sophienstraße 33

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der 50er Jahre gründet der Caritasverband Sozialbetreuungsstellen für italienische und spanische Gastarbeiterfamilien, die bis Ende der 80er Jahre ein beliebter Treffpunkt für die Menschen waren. Ab den 60er Jahren werden die Aufgaben des Caritasverbandes vielfältiger, die Zusammenarbeit mit den katholischen Pfarrgemeinden enger. Angebote für Senioren, Mütter, Auswanderer, Suchtkranke und Menschen mit geistiger Behinderung kommen hinzu. In den 80er Jahren wird das erste Pflegeheim für Senioren erworben: St. Bernhard in Grünwinkel, der Vorgänger des heutigen Caritas-Seniorenzentrums St. Valentin. Gemeinsame Dienste mit dem Diakonischen Werk und der Stadt Karlsruhe werden gegründet, die bis heute in über die Zeit veränderter Form und Namen bestehen, wie der Ökumenische Migrationsdienst, das Zentrum für seelische Gesundheit, der Hospizdienst sowie zuletzt die Verfahrens- und Sozialberatung für Flüchtlinge. Weitere Caritas-Einrichtungen folgen, wie das Kinder- und Familienzentrum Sonnensang, das Luitgardhaus, ein Wohnheim für psychisch kranke Menschen, das Pflegeheim Anna-Leimbach-Haus, Vorgänger des Caritas-Seniorenzentrums St. Franziskus, sowie die Jugendgästehäuser St. Hildegard und Kettelerheim und die Beiertheimer Tafel. Neben den Einrichtungen der Kinder-, Jugendlichen- und Altenhilfe werden im ehemaligen Stammhaus in der Sophienstraße weitere Beratungsangebote hinzugenommen, wie der Caritassozialdienst, die Schuldnerberatung und die Beratung alleinerziehender Familien. 

Caritas-Quartiersmanagement in Karlsruhe-Daxlanden

Heute ist der Caritasverband Karlsruhe ein moderner sozialer Dienstleister mit derzeit zwölf Einrichtungen und 400 Mitarbeitern. Die stationären und ambulanten Angebote in der Jugend- und Altenhilfe, für Familien, Flüchtlinge und benachteiligten Menschen wachsen und passen sich stetig an die Herausforderungen der Zeit an. Die Entwicklung zeitgemäßer niederschwelliger Angebote und generationsübergreifender Projekte sowie die Stärkung des menschlichen Miteinanders durch soziales Engagement sind wichtige Stationen auf dem Weg zu einer solidarischen Gesellschaft, welche die Würde jedes Menschen garantiert. Dabei ist Grundgedanke der christlichen Nächstenliebe und das Helfen für Menschen in Not ein stabiler Faktor, der die Tätigkeit des Caritasverbandes Karlsruhe über die Zeit hinweg bestimmt. Als Anwalt und Partner benachteiligter Menschen tritt der Caritasverband Karlsruhe auch weiterhin für ihre Belange in der Gesellschaft ein und setzt sich für gerechte und soziale Lebensbedingungen ein. 

 

Copyright: © caritas  2017