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Stand: 08.06.2018

Pressemitteilung

Beiertheimer Tafel zieht Bilanz: "Die Armut wird immer größer!"

deren Rente oft nicht für eine Selbstversorgung ausreicht. Am Freitag stellte die Tafel aktuelle Zahlen und Entwicklungen vor.

Am Freitag veröffentlichte das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" seine Rangliste mit den Reichsten der Reichen. Ganz vorne steht Amazon-Chef Jeff Bezos mit einem unfassbaren Gesamtvermögen von 112 Milliarden Dollar. Damit lässt der 54-jährige auch Superreiche wie Bill Gates, Elon Musk oder US-Präsident Trump deutlich hinter sich. Die Liste zeigt einmal mehr: Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander!

Beiertheimer Tafel: Mitarbeiter Uwe Schönbeck füllt die Regale auf

Ein Trend, den man auch zunehmend in Karlsruhe spürt: Die Caritas, Träger der größten Tafel der Fächerstadt in Beiertheim, stellte am Freitag die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2017 vor. Auch hier spürt man die zunehmende Zahl an Bedürftigen - gerade ältere Menschen sind auch in Karlsruhe immer häufiger von Armut betroffen und sind deshalb auf die Unterstützung der Tafel angewiesen. "Ältere Menschen werden zu Opfern des Systems der Altersversorgung", macht Caritas-Vorstand Hans-Gerd Köhler deutlich.
Die Steigerung sei jedes Jahr zu sehen, erklären Köhler und Marktleiter Ronny Strobl im Pressegespräch. "Dennoch können wir bisher noch alle, die zu uns kommen versorgen", so Köhler. Lag der Anteil an Rentnern, die im Jahr 2016 zur Tafel kamen, noch bei 21 Prozent, waren es 2017 schon 25 Prozent und im Jahr 2018 liegt der Wert bereits jetzt bei 33 Prozent. Es zeichnet sich zunehmend die Tendenz ab, dass immer mehr Menschen, die im Alter Grundsicherung oder kleine Renten bekommen, zur Tafel gehen.    

Über 60 Märkte und Bäckereien spenden Produkte

Wer bei der Beiertheimer Tafel des Caritasverbands einkaufen möchte, muss seine Bedürftigkeit nachweisen. Geprüft wird das durch den Caritas-Sozialdienst. Insge-samt haben mehr als 1.900 Karlsruher die Berechtigung, bei der Beiertheimer Tafel einkaufen zu gehen. In dem Laden, der einem kleinen Einkaufsmarkt ähnelt, können die Menschen stark vergünstigte Waren, die sie im täglichen Leben benötigen, kaufen. Die Beträge haben dabei vor allem einen symbolischen Wert, der den Bedürftigen ein Gefühl des selbstständigen Einkaufens geben soll. Denn rund ein Drittel der Bedürftigen sträuben sich aus Scham und falschem Stolz, oft aber auch aus Unwissenheit davor, zur Tafel zu gehen.

Die Waren stammen aus Spenden von über 60 Bäckereien, Discountern und Supermärkten der Stadt - und sind im Laden der Beiertheimer Tafel für etwa 10 bis 20 Prozent des ursprünglichen Marktpreises erhältlich. Die Spenden sind so stabil, sodass die Verantwortlichen eine ausreichende Versorgung sicherstellen können.

Mit drei Kühlfahrzeugen werden die Lebensmittel täglich bei den Spendern abgeholt. Darunter sind dann oftmals Lebensmittel, die bei Supermärkten nicht mehr ins "Bild" passen. Während die Grundnahrungsmittel immer ausreichend vorhanden sind, kommt es vereinzelt bei Milchprodukten, Babynahrung oder Hygieneartikeln zu Engpässen. Viele Beschäftigte der Beiertheimer Tafel arbeiten dort als Kassierer, Fahrer oder Warensortierer im Rahmen eines Arbeitslosenprojektes, mit dem Ziel eine Tagesstruktur zu erhalten, soziale Kontakte zu knüpfen oder ihre Fertigkeiten auszubauen.  
HansInsgesamt gibt es im Karlsruher Stadtgebiet drei Tafeln. Neben der Größten in Beiertheim, zu der im vergangenen Jahr täglich über 250 Menschen kamen, gibt es in anderer Trägerschaft noch Tafeln in Durlach und Mühlburg. Die Zusammenarbeit funktioniere laut Köhler und Strobel sehr gut. Man arbeite eng zusammen und tau-sche, wenn Engpässe herrschen, auch immer mal Waren aus.


Finanziert wird die Arbeit der Tafeln ausschließlich durch Spenden. Neben Lebensmittelspenden werden mit den Geldspenden und den Kleinbeträgen laufende Betriebskosten wie Miete, Strom, die Kühlfahrzeuge oder Reparaturen gestemmt.

 

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