URL: www.caritas-karlsruhe.de/
Stand: 06.11.2011

Pressemitteilung

Erzbischof Burger spricht in Karlsruhe mit Flüchtlingen

Flüchtlinge mir Erzbischof Stephan BurgerFlüchtlinge mir Erzbischof Stephan Burger

„Ich weiß nicht, wo meine Kinder sind und mein Mann wird in Italien festgehalten“, berichtet eine Frau aus Somalia, deren 3 Kinder in den Bürgerkriegswirren ihres Heimatlands entführt wurden und die das Leben ihres Mannes und ihr eigenes nur durch die Flucht retten konnte. Auch eine syrische Mutter mit drei Kindern, von denen zwei behindert sind, erzählt von ihrer Flucht über die Türkei. Ihr Mann, der von Regierungstruppen verhaftet werden sollte, ist in Syrien zurück geblieben. Auch die beiden Jugendlichen in der Runde kommen aus Syrien. Ihre Familien haben ihnen mit Geld die Flucht ermöglicht, bevor sie vom syrischen Regime aufgegriffen werden konnten. Ihre Hoffnung, eine Familienzusammenführung in Deutschland zu erreichen scheitert daran, dass sie in drei Monaten volljährig werden und das langwierige Verfahren bis dahin nicht abgeschlossen sein kann.   

Erzbischof Burger hört jedem Bericht, meist von einer Mitarbeiterin der Sozial- und Verfahrensberatung von Caritas und Diakonie Karlsruhe übersetzt, aufmerksam zu, stellt ab und zu Fragen und konzentriert sich ganz auf die Menschen in der kleinen Runde, die sich mit ihm in die Räume der Beratungsstelle zurückgezogen haben. Jeder der zehn Flüchtlinge kommt zu  Wort, spürt, dass ihm zugehört wird und die geschilderten Schicksale aufmerksam wahrgenommen werden.

Sichtlich bewegt bedankt sich nach einer Stunde Erzbischof Burger bei allen Beteiligten. „Ich kann Ihnen heute nur meinen Trost spenden und Sie in mein Gebet aufnehmen“, sagt er zum Schluss und nickt hinüber zu den Beratern. Es ist die stille Versicherung, dass sich diese um die Menschen kümmern.  

Der Besuch des Herrn Erzbischofs am 17. Oktober kam auf Initiative des Caritasverbands zustande und war ganz auf die Begegnung mit den Menschen auf der Flucht ausgelegt. In einem kurzen Gespräch mit Frau Regierungspräsidentin Kressl hatte sich der Erzbischof zuvor über die allgemeine Situation informieren lassen und konnte sich einen ersten Eindruck über die Verhältnisse in der „LEA“ und die Bemühungen, den Flüchtlingsstrom in den Griff zu bekommen, verschaffen.  

Beate Deckwart-Boller, die Teamleiterin der Verfahrens- und Sozialberatung des Caritasverbands Karlsruhe e.V. und des Diakonischen Werks Karlsruhe in Zusam-menarbeit mit dem „Freundeskreis Asyl“ in der Landeserstaufnahmestelle für Asyl-bewerber in Karlsruhe, bedankte sich bei Erzbischof Burger für dieses wichtige Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen. Auch für sie war es wichtig, dass ihr Engagement wahrgenommen wird. Sie arbeitet mit weiteren 4 Kolleginnen und einem Kollegen seit etwas mehr als einem Jahr in der völlig überfüllten Unterkunft. „Oft kommen wir gar nicht zu unserer eigentlichen Arbeit, weil den Menschen entweder das Nötigste fehlt oder sie wissen wollen, ob wir ihnen etwas über den Verbleib ihrer Angehörigen sagen können“, berichtet die Sozialarbeiterin. Eine richtige Beziehung zu den Flüchtlingen können die Berater oft gar nicht aufbauen, weil Viele in den Außenstellen und Notunterkünften in Karlsruhe untergebracht sind und schon nach ca. drei Wochen weiter auf die Kommunen im Land verteilt werden. Dann sei es besonders wichtig, mit den Beratungsdiensten vor Ort Kontakt aufzunehmen, damit dort die oft schwierige rechtliche Prüfung der individuellen Situation der Flüchtlinge fortgeführt werden kann. „Wir geben auch Hinweise, wenn zum Beispiel eine schwangere Frau verlegt wird und sie auf besondere Hilfen angewiesen ist“, berichtet Julius Tsaxarra, Mitarbeiter im „LEA-Team“. Er ist besonders auf seine Fußballmannschaften stolz, die er unter den Flüchtlingen initiiert hat. „Die sportliche Betätigung lenkt zumindest während dem Spiel ab und es entsteht eine Gemeinschaft auf Zeit“, berichtet er zum Schluss des Besuchs von Erzbischof Burger in der „LEA“.

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