Karlsruhe (CV). Unter dem Motto "Zusammen geht was" hat der Caritasverband Karlsruhe e.V. seinen diesjährigen Caritasgottesdienst gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Pfarrer Erhard Bechtold und dem Dekan Markus Miles in der Kirche St. Stephan gefeiert. Im Mittelpunkt stand dabei ein besonderes Jubiläum: Seit 20 Jahren gibt es die Beiertheimer Tafel. Das Jubiläum bot Anlass auf die Entstehungsgeschichte zurückzublicken, das Engagement vieler Beteiligter zu würdigen und zugleich auf die aktuellen Herausforderungen der Tafelarbeit aufmerksam zu machen.
Zur Feier lud die Vorstandsvorsitzende Susanne Rohfleisch auch ihren Vorgänger Hans-Gerd Köhler ein, während dessen Amtszeit die Beiertheimer Tafel gegründet wurde. Ausgangspunkt für die Gründung war der wachsende Bedarf an günstigen Lebensmitteln für Menschen in Karlsruhe. Die Karlsruher Tafel konnte aufgrund der hohen Anzahl den Bedarf nicht mehr vollständig decken. So entstand vor 20 Jahren die Beiertheimer Tafel.
Von Anfang an ging es dabei um mehr als eine reine Ausgabe von Lebensmitteln. Ein wichtiges Prinzip der Beiertheimer Tafel ist das selbstbestimmte Einkaufen: Die Kund*innen können die angebotenen Waren selbst auswählen, anstatt ein fertig zusammengestelltes Lebensmittelpaket zu erhalten. Die Preise liegen bei etwa 10% des üblichen Discountpreises.
Auch unter der Vorstandsvorsitzenden Susanne Rohfleisch hat sich das Konzept der Beiertheimer Tafel weiterentwickelt. "Bei unserer Arbeit geht es nicht allein darum, Menschen mit geringem Einkommen mit günstigen Lebensmitteln zu versorgen. Ebenso wichtig sind Begegnung, Wertschätzung und die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben", betont Rohfleisch. Im Zuge dieser Weiterentwicklung wurden die Angebote der Beiertheimer Tafel und der Essensausgabe im Herz-Jesu-Stift zusammengeführt und unter dem gemeinsamen Dach der Tafel weiterentwickelt. Damit werden Unterstützungsangebote miteinander verbunden und können gemeinsam gestaltet werden.
Ein weiterer Bestandteil der Tafelarbeit ist die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten und neuen Perspektiven. Von Beginn an war es ein Anliegen der Beiertheimer Tafel langzeitarbeitslosen Menschen durch sinnvolle Tätigkeiten wieder den Weg in die Beschäftigung zu ermöglichen.
"Die Beiertheimer Tafel ist ein Seismograf für gesellschaftliche Entwicklungen", sagt Susanne Rohfleisch, Vorstandsvorsitzende der Caritas Karlsruhe. "Hier wird oft schon früh sichtbar, wie sich soziale und wirtschaftliche Krisen auf den Alltag auswirken." Damit verweist Susanne Rohfleisch auch auf die aktuellen Herausforderungen der Tafelarbeit. Der Bedarf an günstigen Lebensmitteln bleibt hoch, während gleichzeitig die Lebensmittelspenden zunehmend knapper werden. Umso wichtiger sind das Engagement der (haupt- und ehrenamtlichen) Mitarbeiter*innen, die Unterstützung durch Spender*innen sowie die Zusammenarbeit mit Partnern.
Nach dem Gottesdienst wurde vor der Kirche gemeinsam weitergefeiert. Auf dem Kirchplatz kamen die Gäste und Caritas-Mitarbeiter*innen miteinander ins Gespräch. Die Vorstandsvorsitzende Susanne Rohfleisch schnitt die Jubiläumstorte zum 20-jährigen Bestehen der Beiertheimer Tafel an.
Das Jubiläum machte deutlich: Wenn Menschen sich gemeinsam engagieren, Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen, kann daraus über viele Jahre hinweg etwas Tragfähiges entstehen - zusammen geht was!
Informationen:
Abteilung Soziale Dienste, Stefan Lemke, Tel. (0721) 912430, sozialedienste@caritas-karlsruhe.de
Wer Geld spenden möchte:
SozialBank, IBAN: DE17 6602 0500 0001 7417 00 oder online unter www.caritas-karlsruhe.de/spende, Stichwort "Beiertheimer Tafel"
Vorstandsvorsitzende Susanne Rohfleisch schnitt nach dem Caritasgottesdienst in St. Stephan den Jubiläumskuchen für die Beiertheimer Tafel an. cvka 2026